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Englische Gärten als Lehrmeister
„Ein englischer Garten in Köln“ klingt widersprüchlich wie „Der
Kölner Dom in London“. Einen englischen Garten in einer deutschen
Großstadt anzulegen wird überraschen, klingt es doch eher nach
Weite und großzügiger Landschaft. Nach etwas, das sich nicht in
der Stadt verwirklichen lässt.
Die Engländer sagen: „You don't buy a house you buy a
view“. Eine schöne Aussicht gab es auf unserem Grundstück wahrlich
nicht, nur auf Nachbarhäuser. So schien die Lösung einfach: ein
formaler englischer Garten mit einem Labyrinth von grünen Zimmern.
Wir wollten den Blick bewusst durch Mauern und Hecken begrenzen
und ohne Ablenkung die einzelnen Themengärten genießen. Gestaltete
Achsen und Ausblicke, erlauben es, den Garten zu erfassen und
gleichzeitig beim Spaziergang die Spannung auf das nächste Gartenzimmer
zu halten.
Seit vielen Jahren reise ich nach England und habe dort über 100
Gärten erlebt. Mich hat die englische Gartenkunst mit ihrem Charme
begeistert und es entstand der Wunsch nach einem Garten mit unterschiedlichen
Gartenzimmern. Ich habe versucht zu erfassen: Was macht den Reiz
englischer Gärten aus? Zum einen scheint es die architektonische
Gesamtanlage, zu anderen die liebevollen Details und die herrlichen
Pflanzarrangements. Klassische Beispiel wie Sissinghurst Castle,
Hidcote Manor, Great Dixter aber auch Hadspen Gardens, Barnsley
House oder die alljährliche Chelsea Flower Show waren neben unzähligen
Gartenbüchern gute Lehrmeister. Ein ganzer Wunschkatalog von schönen
Details wuchs wie ein Puzzle zu einem Gesamtkonzept. Aus den englischen
Wurzeln entstand in Köln eine neue „Garten- pflanze“.
Heimatliche Wurzeln
Mein Elternhaus ist der stattliche Traditionshof Hardinghaus in
Hardinghausen im Kreis Vechta (www.hardinghausen.de).
Gerne wäre meine Mutter Gartenarchitektin geworden und legte um
das große Haus einen herrlichen Garten an, der wie in England
mit der hügeligen Landschaft harmonisch verschmilzt. Ihre Liebe
zu Gärten hat sie an ihren drei Töchtern vererbt und ein Enkel
ist sogar Gärtner geworden. Wir haben alle Erde in den Adern!
Meine Mutter las Gartenbücher- und zeitschriften, besuchte mit
uns Kindern Gärten und Gartenschauen. Sie zeigte uns von klein
an, wie man mit Liebe gärtnert und vor allem die Begeisterung
und Freude daran.
Es scheint wie eine glückliche Fügung, als mein Mann und ich uns
1993 kennen lernten, dass „Garten“ gleich zu einem wichtigen Thema
wurde. Er hatte ein schönes Haus gebaut und eine große Brachfläche
wartete auf eine Gartengestaltung. Da die Eltern meines Mannes
ebenfalls von einem Bauernhof im Emsland stammten, hatte auch
mein Mann den Wunsch nach einem Garten, wie er ihn im Elternhaus
in Münster erlebt hatte. Gemeinsam wurden unsere persönlichen
Wurzeln mit den erlebten englischen Gärten verknüpft und „Ein
englischer Garten in Köln“ wuchs heran. |
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