Chelsea Flower Show 2011
Das war die “most flowery”, die blumenreichste CFS seit ewigen Zeiten!
Vorbei der coole Minimalismus, willkommen Entwürfe mit herrlich prallen Pflanzen-Arrangements voller bunter Blumenbilder: gute Zeiten für Bienen, Hummeln und Co.
157.000 Besucher wirkten in 5 Tagen auf dem 45.000 qm großen Gelände wie ein großer Bienenschwarm, auf der eifrigen Suche nach den schönsten Gärten und Blüten.
Daily Telegraph Garden - „Best of Show 2011“
Der Senkgarten von Cleve West verstand sich als spannende Verbindung von Tradition und Moderne. Das dichte, buntes Blütenbeet vom impressionistischer Meisterkunst mit einem Hauch von Prärie. Ein zeitgenössisches Kiesbeet mit Stelen (schön??) sowie fließendes Wasser erzählten die Gartengeschichte von guter Planung und dem Freigeist nomadisierender Selbstversamer.
Laurent-Perrier Garten von Luciano Giubilei (Gold Medaille)
Natürliche und durch Menschenhand geschaffene Kunst waren die Leitgedanken dieses wunderbar ruhigen wie romantischen Schaugartens. Der luftige, japanische Pavillon, dessen Bambuswände sind langsam im Wind drehten, Steinskulpturen und das himmelblaue Wasserelement wurden von einem Blütenmeer in Rosé mit mutiger, bronzefarbener Iris vollendet in Szene gesetzt.
The Irish Sky Garden von Diarmuid Gavin (Gewinner des Publikums-Preises)
Gavin, Co-Author mehrer Conran-Bücher, ist ein echtes Show-Talent. Inspiriert durch den Film „Avatar“ schuf er ein „Himmels-Restaurant“, dass mittels eines gigantischen Kran immer wieder mit Gästen an Bord in luftige Höhen geschwenkt wurde: Menschen, Pflanzen, Sensationen! Für mich war der eigentliche Garten ein Hit: 25 Wasserbecken eingebettet in Wellen von Gras, Bambus und Buchsbaum. Hainbuchen-Formschnitt-Bäumchen brachten vertikale Spannung und Entspannung in den Raum. Ein Schaugarten, der einem immer präsent bleiben wird!
Wasser – Das Element des Lebens
Wasser ist auf fast jeder CFS ein großes Thema. In England wird seine spiegelnde Oberfläche geschätzt und verkommt nicht zum „nassen Beet“. Ein kleiner, hipper Stadtgarten gaukelt mit türkisem Plüschteppich einen Pool vor, während der Schaugarten von Monaco einen Riesenpool nach London brachte. Die Firma Homebase überraschte mit einem schattigen Rundteich und sehr natürlicher Bepflanzung à la Cornwall. Mir gefiel das blaue Gewässer mit grauen Steininseln sehr.
Blüten, Blüten, Blüten
Im großen Zelt blühte es bis zum Umfallen! Nachwuchs-Floristen bastelten im Wettbewerb Jockey-Blousons komplett aus Pflanzenmaterial, die mit Blüten effektvoll verziert waren: Ascot auf der CFS. Das indische Tourismus-Büro hatte gar einen ganzen Hindu-Tempel dicht an dicht mit kleinen, knallfarbenen Blütchen bespickt. Was für eine atemberaubende Fleißarbeit, die oft mit offenem Mund und ungläubigem Blick bestaunt wurde.
Biene, Hummel und Schmetterling
Dies waren die Super-Stars der CFS 2011. In England sorgt man sich um Bienen und andere Insekten, denn ohne sie findet keine Bestäubung und damit keine Ernte statt. Garten-Gurus wie Sarah Raven (Enkel-Schwiegertochter von Sissinghursts Vita Sackville-West) fordern im BBC zur besten Sendezeit: pflanzt mehr ungefüllt Blumen zum Ernähren von Bienen. Neben bunten Blütenwiesen waren vielfältige Bienen- und Insekten-Hotels von niedrigen Mauern bis zum höchsten Schaugarten ein großer Trend. Aus Kommentaren vieler Besucher klang, die englische Gartenwelt ist entzückt von diesem Thema, weil es wieder mehr bunte Blüten in Gärten und die CFS bringt. Schaun w’r mal was 2012 bringt, denn nach der Schau ist vor der Schau.