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Chelsea Flower Show 2007

Die Chelsea Flower Show ist der Catwalk der Gartenkunst und das hortikulturelle Ereignis in England. Ende Mai verwandelt sich der schlichte Park im feinen Chelsea für fünf Tage zum Auge des Garten-Taifuns und zieht Gartenliebhaber aus der ganzen Welt in seinen unwiderstehlichen Bann. Es geht um Ruhm und Ehre für Gartendesigner, Aussteller und Sponsoren. Als Chelsea Gold-Medaillist hat man den Olymp der Gartenkunst erklommen. Auf dem Weg werden viel Schweiß und bis zu 700 000 Britische Pfund in einem der Showgärten gelassen. Aber alle Beteiligten sagen: It´s worth!

Hunderttausend Besucher pilgern jedes Jahr zur Chelsea Flower Show und trotzdem ist es ein Hochgenuss. Man wartet britisch geduldig in Reihen vor den sensationellen Showgärten. Dann plötzlich ist man ganz vorn und versinkt bei dem Anblick von so viel Schönheit, Kreativität und Perfektion. Bei mir haben sich die Lieblingsgärten ganz fest in meine innere Festplatte eingebrannt und sind auch nach Jahren präsent.

Chelsea war auch 2007 wieder ein unvergessliches Erlebnis, sogar das Wetter hat mitgespielt. Sie finden die Gärten nach meinem persönlichen Ranking geordnet. Was macht einen Gewinner-Garten aus? Ich mag´s gerne klassisch englisch und mit einer guten Portion an Struktur, der Rahmen für erstaunliche Pflanzkombinationen. So fehlen in meiner Sammlung Vorjahresgewinner wie Andy Sturgeon und andere, weil diese Gärten mein Gartenherz nicht getroffen haben. Aber es waren sehr viele elektrisierend schön.

Robert Myers Fortnum & Maston Garten
Ein formaler Garten mit englischem Rasen und einem Feuerwerk von Beeten für fleißige Bienen, die in poschen, taubenblauen Bienenhäuschen wohnen. Muschelgrotten von Spalier Liquidambar umrankt, dunkle Akzentstreifen von Leptinella arata verleihen dem Sandstein elegante Strenge, und mit Bux eingemauerte Brunnen bringen frische Struktur. Sensationell!

Chris Beardshaws „Hidcote“
Zum 100. Geburtstags des Nr. 1 Gartens in England hat der Designer mit einem Dreiklang eine Hommage gezaubert: heiteres Rabatten-Karree in Knallfarben, Kastenlinden führen den Blick zum typischen Gazebo und dann eine charmante Wildnis. Hidcote en miniature!

Linnée-Garten des Schweden Ulf Nordfjell
300 Jahre Linnéesche Taxomomie brachten neben schwedischen Monarchen skandinavische Klarheit nach Chelsea. Licht durchflutet mit viel Weiß und Blau gibt sich der Garten wie ein Ausblick in die Schären Stockholms. Ein schwedischer Sommertag in London.

Karl Förster, der Daily Telegraph Garten
Als erste Deutsche hat Gabriela Pape zusammen mit Isabelle van Groningen einen der großen Chelsea Gärten gestaltet und brachte Heimatliches von Berlin an die Themse: ein Senkgarten in Förster-Manier. Da wird in blauem Rittersporn geschwelgt und cross-gardening zelebriert mit gekonnten Bordern wie von Gertrude Jekyll. Eine sehr gelungene Mischung.

Jinny Blom’s Garten für Laurent-Perrier
Vom modernen italienischen Architekten Carlo Scarpa inspiriert, bringt die Gartengestalterin Kortenstahl und Stein in runden Formen in Linie zu einem Mondtor. Die Bepflanzung ist außerirdisch schön: apricotfarbene Iris in duftigem Gras an Salbeispitzen.

Scent of a Roman
Vom City Council der Stadt Leeds führt ein Weg in eine römische Grotte vorbei an perfekt arrangierten Bordern in Silber und Purpur. Chelsea Liebling Allium wird mit dunkler Heuchera und ritterlichem Acanthus vor silberner Matrix entrollt wie ein Stoff aus antiker Zeit. Wundervoller Mix.

                                 Ein Englischer Garten in Köln